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Grundschulkinder fördern


Grundschulkinder fördern

Wie Kinder gut lernen

Lernen mit Wohlfühlfaktor

Aufmerksamkeits-Lenkung

Ungünstige Interaktionen

Raumlage-Wahrnehmungsstörungen

Mathematik

Deutsch


Die hier vorgestellten Anregungen entstammen meiner Förderpraxis mit Grundschulkindern in den Fächern Mathematik und Deutsch.

Meine Lösungen mögen hilfreich sein für diejenigen, die ebenfalls Kinder bei ihrer schulischen Entwicklung unterstützen, sei es als Elternteil, als Nachhilfelehrer oder als ehrenamtlicher Lernbegleiter.

Umgekehrt freue ich mich über jede Rückmeldung, die mir bei der Förderung hilft.

Im Rahmen meiner Förderung möchte ich dazu beitragen, möglichst vielen Kindern an meiner heimatlichen Grundschule schulischen Frust zu ersparen und die daraus resultierenden möglichen Langzeitfolgen. Ich möchte im Gegenteil auch leistungsschwächeren Kindern zeigen, dass sie schwierige Themen bewältigen können.

Zu diesem Zweck habe ich ein minimalistisches System von Lernblöcken entwickelt, das den Lernstoff abbildet. Dabei lege ich nicht nur Wert darauf, die Anzahl der Lernblöcke zu minimieren, sondern die Lernblöcke müssen von leistungsschwachen Kindern auch gut beherrschbar sein. Das ist nicht nur eine Frage, welche Lernblöcke man wählt, sondern auch eine Frage, wie man jeden Lernblock vermittelt. Kein Lernblock erschließt sich von selbst. In aller Regel ist ein schrittweises strukturiertes Herangehen erforderlich. Dabei ist entscheidend, gute schrittweise Strukturen zu finden, um leistungsschwächeren Kindern effizientes erfolgreiches Lernen zu ermöglichen.

Beispiel: kleines Einsminuseins, d.h. die Aufgaben von 1-0 bis 10-10.
In der Schule ist das meist kein eigenständiger Lernblock, weil in der Regel gleich im Zahlenraum bis 20 gerechnet wird. In jedem Fall müssen die Kinder die Aufgaben des kleinen Einsminuseins zügig und sicher lösen können. Wer das Ergebnis von 9-6 nicht auf Anhieb abrufen kann, hat Probleme mit 19-6 und im 2. Schuljahr mit Aufgaben wie 69-6 und 90-60. Die Beherrschung des kleinen Einspluseins und Einsminuseins ist Voraussetzung für die weiteren Rechenfertigkeiten. Das kleine Einsminuseins ist dabei das Hauptproblem. Mit dem kleinen Einspluseins kommen auch leistungsschwächere Kinder meist einigermaßen klar.
Das kleine Einsminuseins umfasst 65 Aufgaben. Die 37 Aufgaben der Art 8-0, 8-1, 8-2, 8-8 lernen auch leistungsschwächere Kinder einigermaßen leicht. Die verbleibenden 28 Aufgaben fallen ihnen mehr oder weniger schwer, beispielsweise die Aufgabe 9-6. Die üblichen Methoden, die in der Schule genutzt werden, helfen nur zum geringen Teil weiter. Üblich ist, die 'verliebten Zahlen' (die Zahlenpaare, die zusammen 10 ergeben) auswendig zu lernen, und wenn das im Rahmen der Subtraktion gut geübt wird, können auch leistungsschwächere Kinder Aufgaben wie 10-7 zügig und sicher lösen. Dann beherrschen sie 7 weitere Aufgaben des kleinen Einsminuseins. In der Schule werden weitere Strategien vermittelt, die grundsätzlich hilfreich sein können, vor allem das Nachbaraufgaben-Prinzip. Nur: bei der Addition nutzen die Kinder das, zumindest partiell, aber bei der Subtraktion nutzen sie es nicht. Zudem ist eine Aufgabe wie 9-6 von keiner der in der Schule üblicherweise vermittelten Strategien abgedeckt.
Durch unstrukturiertes Üben können die Kinder nur schlecht und langsam 21 schwierige Aufgaben beherrschen lernen. Deshalb bleibt leistungsschwächeren Kindern bei Aufgaben wie 9-6 nur zählendes Rechnen übrig. Was nottut, ist ein strukturiertes Vorgehen, mit dem die leistungsschwächeren Kinder auch die schwierigen Aufgaben des kleinen Einsminuseins sicher und zügig lösen lernen. Nachdem ich eine einfache effiziente Lernstruktur gefunden habe, wundere ich mich, wieso das nicht schon lange so (oder besser) praktiziert wird.

Bei allem Streben nach guten didaktischen Lösungen haben bei mir die Erfolgserlebnisse der Kinder höchste Priorität. Wenn nötig, nehme ich dabei Einschränkungen in der fachlichen Qualität in Kauf. Von rechenschwachen Kindern erwarte ich keine echten mathematischen Fähigkeiten - das wäre unrealistisch. Vielmehr möchte ich ihnen die Mathematik im Sinne einer Gebrauchsmathematik vermitteln. Das schließt das grundsätzliche Verständnis für Zahlen und Zahlenoperationen ein. Alles, was darüber hinausgeht, sehe ich ausschließlich im Sinne des Erwerbs guter Rechenfertigkeiten und ihrer Anwendung im praktischen Leben. Sachaufgaben haben deshalb einen hohen Stellenwert, aber nicht in dem Sinne, dass die Kinder quasi mathematisch modellieren sollen (in diese Richtung gehen manche in der Schule zu lösende Sachaufgaben), sondern dass sie gängige Praxissituationen, z.B. beim Einkauf, rechnerisch meistern können.




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www.horst-albrecht.de Stand: 14.5.2018